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Kids in Action

Spätestens ab dem Schulalter dürfen Kinder allein unterwegs sein. Deshalb sollten Sie Ihrem Kind schon im Vorschulalter beibringen, wie es sich richtig verhält, wenn es alleine unterwegs ist. Wenn es um die Sicherheit der Kinder geht, dann ist Nug Mui Lehrer Jörg Eckstein der richtige Ansprechpartner.

Kids in Action

Herr Eckstein, kaum ein Kind kennt nicht die Grundregel "Gehe nie mit einem Fremden!". Was können Sie Eltern überhaupt noch raten, die sich für Ihre Kurse interessieren?

Eine ganze Menge. In der Regel gehen Gewaltverbrecher geplant vor. Sie beobachten Kinder über einen längeren Zeitraum, haben das Kind und seine Umgebung ausgekundschaftet. Sie sprechen das Kind gezielt an, locken es mit Geschenken und Versprechungen. Ihr Kind wird es vermutlich nicht als gefährlich ansehen, dem großen Jungen bei der Suche nach seinem Kätzchen ins Gebüsch zu folgen. Generelle Richtlinien wie "Geh nie mit einem Fremden mit" greifen nicht bei den raffinierten Täterstrategien. Besser: Praktische Übungen (Schrei-, Ablehnungs- und Rollenspiele) für konkrete Situationen, Aufklärung über die Mechanismen (Hilfsbereitschaft, Neugier, Gegenleistung für Geschenke) der Gewaltstraftäter und starke Gefühle.

Was meinen Sie mit "starken Gefühlen"?

Die Täter setzen immer an den Schwächen und Bedürfnissen des Kindes an. Sie bauen zunächst Vertrauen auf. Dann gewöhnen sie es mit scheinbar unverfänglichen Berührungen an den Körperkontakt. Kinder müssen lernen, auf ihr Gefühl zu hören, wenn ihnen eine Berührung komisch vorkommt. Sie müssen lernen "NEIN!" zu sagen. Das Nug Mui Training vermittelt diese so genannte körperliche Selbstbestimmung. Wir stärken die innere Stimme.

Kids in Action

Ist es einem kleinen Kind überhaupt möglich, einen Erwachsenen zur Strecke zu bringen?

Ja, aber unsere Kids lernen, sich über günstige Winkel aus einem Griff zu drehen, durch Ausweichen einem Schlag zu entgehen. Wenn Kinder in Gefahr sind, ist alles erlaubt! Es gilt: In einer Notlage muss ich nicht lieb sein. Nug Mui attackiert dann die vitalen Punkte - Nase, Knie, Genitalien. Eltern, die schon mal versucht haben, ein 6-jähriges festzuhalten oder irgendwohin zu tragen, das um sich schlägt, tobt, kratzt, beißt, sich windet und dabei "schreit wie am Spieß", wissen was ich meine.

Ich habe einmal von dem Trick, seinen Schlüssel oder das Handy ins Gesicht des Angreifers zu schleudern, gehört. Was halten Sie davon?

Das ist Humbug. Wenn ein Kind attackiert wird, sollte es weder mit Schlüsseln noch mit Mobiltelefonen um sich werfen. Das Wurfgeschoss prallt unbeeindruckt ab, wenn es überhaupt trifft. Dafür wird der Angreifer wütender. Außerdem kommt das Kind nicht mehr zu Hause rein, dafür der Aggressor.

Quelle: Kids und Co Dezember 2009