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Reportage (Teil 3)
Nug Mui heißt übersetzt „Fünf Pflaumenblüten“. Mit einer Selbstverteidigungs-
technik scheint das wenig gemein zu haben.
Im Trainingskurs bei Jörg Eckstein erfahren wir es.
Der Trainer baut ein Stangengeviert auf mit einem nach hinten hinausragenden
Ende - die Imitation einer fünfblättrigen Blüte. Eine
Balancierübung. Die Problemstellung wird klar, als der Trainer einen nach
dem anderen zu bestimmten Übungen auf die Hölzer holt. Bei Ausweich-
und Angriffsmanövern lässt das Gefühl des sicheren Halts schnell
nach.
„Gleichgewichtssinn und Koordination sind das A und O“, erklärt Eckstein.
Darauf zielen auch „Trockenübungen“ ab. Die Arme immer wieder in gleichen
Bewegungsmustern geführt, Fäuste ballen, Hände dehnen. Ein Ritual
wie man es aus Kung-Fu-Filmen kennt? Nein, so etwas gibt es im Nug Mui - bis auf
die Grußformel - nicht, hier ist alles auf die Praxis ausgerichtet. Es dient
dazu, unsere Bewegungen zu koordinieren, die Unterarme zu kräftigen und
dehnbar zu machen. Alles hat seinen Sinn, nichts ist nur Show.
Wie das funktioniert sieht man beim Freikampf. Die Schläge gehen auf den
Körper, Helm und Brustmatte schützen die Übenden. Ausweichen,
Angriff wegschlagen, kontern - der Gegner soll nicht nur beeindruckt, sondern
angriffsunfähig gemacht werden.
Doch es gibt auch den anderen Weg - die „weiche Verteidigung“. „Keine von beiden
ist besser oder schlechter. Es kommt auf die agierenden Personen und die
Situation an“, so Jörg Eckstein. Das einzuschätzen will gelernt sein.
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