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Reportage (Teil 5)
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Nachdenken ist tabu - Instinkt zählt
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Jochen Weiß (li.) demonstriert mit Falko
Grasse die Abwehr eines Fußstoßes. Die Reaktion erfolgt instinktiv.
Foto: ron
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Wie erlebt man ein Selbstverteidigungstraining? Welche Erfahrungen
vermittelt es? WochenKurier-Redakteur Ronald Willmann probierte es in der Nug Mui-Kampfschule aus.
Diesmal ist der Meister, auf chinesisch „Sifu“, Jörg Eckstein, im Urlaub. Ein fortgeschrittenen Schüler
übernimmt den Unterricht.
Seit fünf Jahren trainiert Jochen Weiß Nug Mui. Der Kämpfer mit dem vierten Schülergrad,
von Berufs wegen bei der Bundespolizei, beginnt das Training mit Siu Nim Tao - der „kleinen Idee“.
Die einstudierten Bewegungen simulieren Abwehrsituationen, sorgen für Beweglichkeit und Koordination
der Arme. Jetzt fordert es der Übungsleiter mit geschlossenen Augen. Ob er das kontrolliert?
Aber es ist ein Element des ersten Schülergrades, welches sitzen muss.
Dazu gehören auch bestimmte Abwehrtechniken. „Wenn es zum Ernstfall kommt,
dann dürft ihr nicht erst nachdenken, welche Technik ihr anwendet. Egal wie - Hauptsache ihr
reagiert instinktiv“, betont er. In den Übungen klappt es - wenn er oder gar erst der Sifu selbst
urplötzlich einen Schlag simulieren bleibt kaum Zeit, diesen zu erkennen, geschweige denn abzuwehren. Mir
dämmert, was jahrelanges Nug Mui-Training bewirkt. Abwehr und Angriff gleichzeitig, sofortiges Reagieren - dass
ist das Erfolgsrezept.
Doch es geht nicht nur um Schläge und Abwehr. „Das Training macht mich ausgeglichener. Ich weiß, ich kann
mich auf meine Fähigkeiten verlassen und trete damit anders auf - nicht als potenzielles Opfer“, sagt Weiß.
Unmerklich, aber doch spürbar ändert sich die Körpersprache.
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