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Reportage (Teil 6)
Was ändert sich mit Kampfsporttraining?
08.09.2006 -
Zehn Wochen lang nahm WochenKurier-Redakteur Ronald Willmann am Selbstverteidigungstraining
in der Nug-Mui-Kampfschule von Jörg Eckstein teil - Zeit für eine Bilanz.
Blaue Flecken bekomme ich keine mehr. Anfängliche Blutergüsse am Unterarm
durch das Abwehrtraining der Schläge blieben mit der Zeit aus, der Körper
gewöhnt sich daran. Kettenfauststöße, Standardreaktion, verschiedene Bewegungsformen
funktionieren beinahe automatisch. „Es war ein erster Einblick in Nug Mui. Nach zehn
Stunden hat man sehr wenig von dieser Selbstverteidigungsart gelernt“, so Jörg Eckstein,
Meister und Trainer. Spurlos ist dieses „Schnuppern“ dennoch nicht geblieben. Ich habe
gelernt, gezielt Schläge auszuteilen und auch einzustecken. Man fühlt sich etwas
gerüstet gegen tätliche Angriffe: Ausweichen, den Schlag zur Seite leiten, Gegenangriff,
hunderte Male geübt. „Auch in kurzer Zeit hilft Nug Mui, einfache Lösungen für einfache
Problemfälle in die Hand zu bekommen“, bestätigt „Sifu“ Eckstein und ergänzt: „Die
Konfrontation mit untrainierten Angreifern macht 80 Prozent aller Konflikte aus. Dazu
bedarf es keiner Meistergrade.“
Reaktion ist alles. Und dafür genügen nicht Anschauen und Nachmachen, sondern nur immer
wiederkehrendes Training. Schlaghärte zählt dagegen wenig im Nug Mui - der „sanfte Weg“,
der mitunter recht wenig sanft anmutet, kennt mannigfache Möglichkeiten, von denen mir die
meisten nach wie vor verschlossen sind.
Aber ich habe ein Rüstzeug mitbekommen, welches eine gewisse Sicherheit vermittelt. Man weiß,
wie man in Konflikten reagieren muss. Und hat Mittel in der Hand, auf die man bauen kann. Eine
Erkenntnis, die sich unbewusst in der Körpersprache äußert und potenzielle Angreifer warnt.
„Gewonnen ist ein Kampf vor allem dann, wenn er gar nicht stattfindet“, sagt Jörg Eckstein.
Wie bei den meisten Kampfsportarten gehört die Philosophie auch zu Nug Mui.
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